Oscar Straus

 

                                                           

         1870                                   1954  

 

                                                                                                                                

            

                         Aktuelles    Oscar Straus Museum & Literatur   

 

 

                         Fotoalbum Oscar & Stars      Romuald Kolkman

 

                 

                                                 

                                                         

 

                                          100 Jahre "Ein Walzertraum".             Herzlich Willkommen!

 

                              

                                                                                  

                                                                               Biografie

 

 

 

 

                                      Mein ganz besonderer Dank zu der Entstehung dieser Homepage 

                                       gelten Frau Inge Prebil-Straus und Prof. Franz Mailer 

                                 mit unentbehrlicher Unterstützung seiner Gattin Christa Mailer.

 

 

 

 

                                                                    

 

 

 

 

 

Gala-Premiere “Die Perlen der Cleopatra”.

 

 

Im Sommer 2004 war ich von der Enkelin von Oscar Straus nach Bad Ischl zur Premiere der Operette “Die Perlen der Cleopatra” eingeladen.

Diese Operette, 1923 in Wien uraufgeführt, wurde dann in Berlin zum Megahit der 20er Jahre.

Es war eine grossartige Show mit blendenden Kostümen, Pyramiden und mit Krokodilen die im Nil schwimmen.

Man kann dieses Werk und seine Wirkung auf das Publikum mit dem heutigen Erfolg des Musicals “Phantom der Oper” oder auch mit dem erst vor kürzem aufgeführten Stück “the Woman in White” vergleichen.

  

  

                          

 

      

                                     

Vor der Aufführung in Bad Ischl sass ich mit der Familie Prebil-Straus, dem Bürgermeister der Stadt Ischl und seiner Frau sowie mit Christina Bahlo, einer Sängerin die schon einige Lieder aus der Operette auf CD aufgenommen hat, zusammen.

 

 

                 (RE NOVA CLASSICS 010204)

 

  

Im Juli 2004 war die Uraufführung meines Gabriele Pauss und Ihrem Damenorchesters gewidmeten “Gabriele Walzer”.

 

  

 

                http://www.geocities.com/romualdkolkman

 

 

Apropos Damenorchester:

 

Ein Damenorchester spielt eine grosse Rolle im berühmtesten Werk von Oscar Straus, die Operette “Ein Walzertraum” aus dem Jahr 1907. 

Ein Prinzgemahl verliebt sich in eine Geigerin, erfüllt aber letztlich doch seine Standespflicht und heiratet die Prinzessin.  

 

Oscar Straus war nicht ein Komponist der seichte Geschichten vertonte.  

Er stammte aus einer wohlhabenden Familie die vorerst die musikalischen Escapaden des jungen Oscar gar nicht schätzte. Schon in der Handelsschule schrieb er Noten statt Ziffern. Ein hoffnungsloser Fall.  

Dann absolvierte er ein profundes Studium mit Harmonielehre und Kontrapunkt bei Max Bruch.  

 

Max Bruch war ein sehr kompetenter, aber auch frustrierter Mensch.  

Er fühlte sich unterbewertet und setzte all seine Hoffnungen auf seinen brillianten neuen Schüler Oscar.

Diese Atmosphäre bedrückte den Teenager Oscar sehr, als er dann noch ein Requiem komponieren sollte kam es zum Bruch mit Max Bruch.  

 

Erst in 1920 bei der Premiere der Oscar Straus Operette "Der letzte Walzer" in Berlin gab der greise Max Bruch dem mittlerweile 50 jährigen  Oscar Straus das Kompliment: "Man sieht ja immerhin das Du bei mir studiert hast".

 

Die zweite Lernphase war das Dirigieren an verschiedenen Theatern, unter anderen auch in Hamburg wo er Assistent von Gustav Mahler war. Dies war sozusagen das Praktikum seines Studiums.  

Mittlerweile hatte er die begabte Geigerin Helene Neumann geheiratet, die unter ihrem Künstlernamen  Nelly Irmen viel Erfolg hatte.  

 

 

                             

                   Oscar und Nelly Irmen           Nelly mit Tochter Kitty            Oscars Mutter

                                                                                                           Gabriele Straus-Stern

 

Für sie komponierte er ein Musikstück nach dem anderen. Ebenso schnell wurden drei Kinder geboren: Louis (1895), Leo (1897) und  1898 die Tochter Katharina (Kitty).

1900 hatte der Schriftsteller Ernst von Wolzogen, inspiriert durch das pariser “Le chat noir”, die Idee in Berlin ein literarisches Kabarett, das Überbrettl,  zu gründen. 

Als Hauspianist und Komponist wurde Oscar Straus engagiert. Mit Erfolg. Er schrieb einen Hit nach dem anderen. "Die Musik kommt", "Der lustige Ehemann", "Die Haselnuß".

Diese Übung im Schreiben von Chansons, die Berücksichtigung der Einheit zwischen Text und Musik war mitbegründend für die spätere Karriere.

Das Umfeld dieser Tätigkeit führte leider zum Scheitern seiner Ehe mit Nelly.

Seine neue Muse wurde Bozena Bradzky für die er etwa 300 Chansons schrieb die sie abends mit ihm am Flügel im Überbrettl vortrug.

 

Aber Straus wollte mehr. Zusammen mit dem Dichter Fritz Oliven, von dem er schon einige Versen für das Überbrettl vertont hatte, entschloß er sich eine Operette zu schreiben.

Dr. Fritz Oliven hatte in Berlin eine gut gehende Anwaltskanzlei und schrieb unter dem Pseudonym "Rideamus"  (lat. für laßt uns lachen) boshafte Verse.

 

Das Motto der beiden war zurück zu Jacques Offenbach.

 

Offenbach benützte in seiner Operette “Orpheus in der Unterwelt” die Griechische Myhologie um das französische Kaiserreich aufs Korn zu nehmen so bedienten sich Straus und Rideamus der Nibelungensage um unter dem Titel “Die lustigen Nibelungen” das deutsche Kaiserreich unter Wilhelm II zu parodieren.

 

Die Folge war, das sich vorerst kein Theaterdirektor traute das sarkastische Werk aufzuführen. Erst in 1904 wurde es in Wien auf die Bühne gebracht und in Serie 50 Mal aufgeführt.

 

Zu begrüssen ist, dass vor einigen Jahren "Die lustigen Nibelungen" beim Label Capricio auf CD erschienen sind. 

 

                         

 

Oscar wurde bewusst, das er etwas Publikumfreundliches schreiben müsste, um endlich durchschlagenden Erfolg zu haben .

Franz Lehár erziehlte 1905 mit der “Lustigen Witwe” einen fulminanten Erfolg. Straus sagte sich “Was Lehár kann, dass kann ich auch und vielleicht  noch besser”.  

 

               

 

An einem schönen Frühlingsabend lauschte er im Prater, dem Vergnüngungspark von Wien, einer Damenkapelle und dabei entstand die Idee rund um eine Damenkapelle eine Operette zu schreiben. 

Von einem Leutnant aus Wien der eine Prinzessin heiraten soll, sich aber in die Geigerin einer Damenkapelle verliebt. Dies in einer Zeit in der Standesunterschiede noch die Gesellschaft beherrschten.

 

Vielleicht dachte er zurück an seine Nelly Irmen die nie von seiner Familie akzeptiert wurde.

Die Premiere vom “Walzertraum” war im Wiener Carltheater wenige Tagen vor Oscars 37. Geburtstag. 

Der Erfolg war überwältigend.  

 

                           

 

                Das Carltheater in Wien.      Oscar Straus zur Zeit der

                                                          Walzertraumuraufführung.

 

 

Straus bekam sogar von der Prinzipalin eines in der nähe des Theaters gelegenen Puffs einen Brief mit der Mitteilung, dass sie seit den Vorstellungen des Walzertraums blühende Geschäfte mache.

Die Herren suchen dort ihre Franzi .

Der Brief war von allen Mädchen des Etablissements unterschrieben, verbunden mit der Hoffnung, Straus könnte ein nächstes Werk schreiben das auch eine so anregende Wirkung auf das männliche Geschlecht haben könnte.

 

Vom Walzertraum gibt es viele Aufnahmen.

Eine besonders schöne Gesamtaufnahme mit Anneliese Rothenberger und

Nicolai Gedda ist als CD unter dem Label EMI eschienen.  

  

                            

 

Das nächste Werk “Der tapfere Soldat” (1908) wurde in Wien ein Durchfaller, in England und Amerika unter dem Titel “The chocolate soldier” ein - wenn möglich – noch grösserer Erfolg als der “Walzdream”.

 

Möglicherweise auch weil die Geschichte auf dem Schauspiel “Arms and the men” 

von dem irischen Dichter George Bernhard Shaw basiert.

Dabei wird der Krieg und das Heldentum durch den Schokolade essenden Schweizer Soldaten Bummerli verulkt.  

 

               

 

Oscar Straus war mit diesem Parodistischen Stoff in seinem Element.

Schon im alter von 16 Jahren war er ein Fan vom britischen Duo Gilbert and Sulivan und schrieb nun 

für den Chocolate soldier eine Musik die man vielleicht als Vorläufer des Musicals nennen könnte.

 

Das Lied “My Hero” war lange Zeit ein grosser Hit im angelsächsischen Gebiet.

 

Eine amerikanische CD Neuausgabe gibt es unter dem Label Newport Classics (NPD 85650).

 

               

 

Oscars nächster Schritt war die Heirat mit der 22 jährigen Schönheit Clara Singer.

Clara hatte bisher Lieder des Jungen Alban Berg präsentiert,

Die Heirat mit dem erfolgreichen Straus erschien ihr günstiger als die Fortsetzung ihrer Gesangskarriere.

 

Oscar und Clara Straus bekamen zwei Söhne: Erwin und Walter.

Erwin, stets Bibi genannt, war seines Vaters Liebling.

Er wurde ein brillianter Pianist und Arrangeur.

 

Während der nächsten zehn Jahre entstand jedes Jahr ein neues Werk.

Besonders hervorzuheben ist das Ballett “Die Prinzessin von Tragant” welches am 13. November 1912 

an der Wiener Hofoper (jetzt Staatsoper) sehr erfolgreich das Rampenlicht erblickte.

 

Dieses Ballet widerspiegelt in seiner Musik genau die herrschende Jugendstilepoche.

 

Eine Suite aus diesem Ballett ist zu höhren auf der CD Oscar Straus “His most popular works”. Label: Marco Polo.

 

                       Oscar Straus als

                                                                                 Prinzessin von Tragant                            

 

Ein weiteres Werk aus dieser Zeit ist die Operette “Rund um die Liebe”.

Ein Meisterwerk nicht unähnlich dem Walzertraum.

 

Ein “feel good” Theaterabend, im richtigen Moment auf die Bühne gebracht, gerade nach Ausbruch

des Ersten Weltkrieges wo Österreich, und gerade Wien, unter den Auswirkungen des Krieges litt.

Man muss sich vorstellen, das in den späteren Kriegsjahren die Theatervorstellungen schon 

um fünf Uhr Nachmittags begannen, die Theater ungeheitzt waren und die Musiker um ein Hungerlohn spielten.

Doch das Publikum kam in Massen um den Krieg für ein paar Stunden zu vergessen.

 

Die Johann Strauss Gesellschaft Wien, bzw. Prof. Widholz hat in textlicher Neufassung 

mit seinem Klassischem Operettenensemble Wien eine sehr lobenswerte Gesamtaufnahme 

von “Rund um die Liebe” auf CD eingespielt.

 

               www.johann-strauss-gesellschaft.at

 

Die bösen Kriegszeiten gingen vorüber, keineswege ohne Tränen: Sohn Louis kam in 1917 als Soldat ums Leben.

 

Nach dem ersten Weltkrieg blieb vom Kaiserreich Österreich nicht viel übrig.

Das schränkte auch den Markt für neu zu produzierende Operette erheblich ein. 

Ein kleines Land, wenige Theater, weniger Aufführungen, somit weniger Tantiemen.

 

             Österreich in besseren Zeiten

 

Oscar machte einen klugen Schritt. Er verkaufte sein Haus in Wien und übersiedelte nach Berlin.

 

Hier debutierte er am 12 Februar 1920 mit “Der letzte Walzer”.

Nach dem Walzertraum wurde dies seine schönste Operette.

Um sich in Berlin der Zwanziger Jahre Erfolg zu sichern musste man einen Star für die Hauptrollen gewinnen.

Für Oscar Straus wurde dies Fritzi Massary.

Sie verkörperte den Typ der emanzipierten Frau, die den Männern durch Intelligenz, 

Charme, und raffinierte Erotik überlegen ist. Sie hatte keine grosse Stimme, aber grosses Charisma.

Sie war eine äusserst begabte Vortragskünstlerin, die ihr Publikum meisterhaft zu beeindrucken wusste.

 

                        

 

Oscar schrieb bis 1932 für Sie als starke Frau in der Hauptrolle eine ganze Reihe von Operetten.

Die Titel verraten dies schon: “Die Perlen der Cleopatra” (1923), “Die Teresina” (1925), 

“Die Königin” (1926), “Marietta” (1929), und in 1932 “Eine Frau die weiss was Sie will”.

 

        

 

 

Eine schöne CD mit digital restaurierten Aufnahmen von Fritzi Massary ist  bei der Marke 

“Berliner Musenkinder” Nr. 05163 erhältlich.

 

Oscar Straus genoss seine Berliner Jahre und den sarkastischen Berliner  Humor. 

Viele “Bon-mots” wurden ihm zugeschrieben. So nannte er eine dicke Primadonna eine “Primatonne”.

Er schloss dort Freundschaft mit dem jungen Yehudi Menuhin 

und mit dem alten Albert Einstein, die er beide am Flügel begleitete.

 

                       Albert Einstein

 

Einstein, ein fanatischer Amateurgeiger, war beeindruckt von dem vielen Geld das ein Musiker verdienen kann.

Er fragte Oscar um Rat. “Also mein lieber Einstein, dann mieten Sie sich einen Saal, machen Sie eine Werbung, 

eine Berühmtheit sind Sie ja schon also werden viele Leute kommen. Lassen Sie alle umsonst herein”.

 

Einstein erstaunt: “Umsonst?”

 

“Jawohl, und wenn alle drinnen sind lassen Sie die Türen schliessen!

Sie fangen an zu spielen und ein jeder der den Saal vorzeitig verlassen will muss 10 Mark zahlen. 

So mein lieber Einstein, werden Sie innerhalb kürzester Zeit ein reicher Mann.”

 

Berlin war ein Tanz auf dem Vulkan. Die Inflation war enorm und so entstand eine gewaltige Differenz zwischen reich und vielen Armen, die ihr Heil bei Hitler suchten. Berlin hatte somit für Oscar Straus der Jude war keinen Platz mehr.

 

Er übersiedelte in das idyllische Städchen Bad Ischl, nahe Salzburg, und gedachte dort seinen Lebensabend 

- er war mittlerweile schon 62 Jahre alt - in Ruhe verbringen zu können.

 

                       http://www.badischl.at/

 

Er hörte allerdings nicht auf zu komponieren.

Sein Impresario und Freund Armin Robinson hatte die hervorragende Idee 

eine Operette zu schreiben die sich über drei Generationen erstreckt.

 

Der erste Akt mit Musik von Johann Strauss Vater (mit dem Radetzky Marsch), im zweiten Akt sollte es Musik von Johann Strauss Sohn sein, für den dritten Akt, der in der Gegenwart spielt, komponierte Oscar seine eigene Musik.

 

Die Operette “Les Trois Valses” hatte in 1937 ihre glanzvolle Premiere in Paris.

Die charmante Yvonne Printemps trug wesentlich zum Erfolg bei 

und wurde damit eine würdige Nachfolgerin der Fritzi Massary als Straus-Interpretin.

 

            

 

Yvonne Printemps                   Oscar Straus und Armin Robinson

 

Eine nette Aufnahme ist zu erwerben beim Label: Discovery/accord Operette Series 461958-2.

 

Interessant ist es, dass Straus drei Operetten geschrieben hat  

wovon jede in einem bestimmten Sprachraum Furore machte.

 

“Ein Walzertraum” in Österreich und Deutschland;

“The Chocolate Soldier” in England und Amerika;

“Les Trois Valses” in Frankreich.

 

Auch am neuen Medium Tonfilm war Oscar Straus nicht unbeteiligt.

Schon 1931 wurde der Walzertraum unter dem Titel “The smiling Lieutenant” 

mit Maurice Chevalier in der Hauptrolle verfilmt.

 

               

 

Oscar Straus und Maurice Chevalier             Oscar und Clara in Hollywood

 

1932 “One hour with you” mit Jeanette Mac Donald.

 

1936 “Land without music” in London mit dem unvergessenen Richard Tauber.

 

Auch “Les Trois Valses” erschien in Paris auf der Leinwand.

Seine gute Beziehungen zu Paris und Hollywood waren Oscar Straus bald von grossen Nutzen.

 

Am 12. März 1938 verlor die Republik Österreich ihre Unabhängigkeit,

Oscar Straus verliess seine Villa in Bad Ischl und richtete sich 

mit seiner Frau Clara und den beiden Söhnen Erwin und Walter in Paris ein.

 

Fast unmittelbar danach wurde ihm die französische Staatsbürgerschaft verliehen 

und bald hatte auch eine neue Operette ihre Premiere: “Mes Amours”. Es war vorläufig die letzte.

 

Auch in Paris erlöschten die Lichter unter dem Naziwahnsin.

 

Nur wenigen wissen, dass Straus noch in Vichy an der Musik für Alexander

Korda’s Film “Der Dieb von Bagdad” arbeitete.

Die Musik wurde letztlich von Miklós Rózsa geschrieben der damit eine führende Position 

als Hollywoodkomponist erwarb; Straus bekam eine Abfindung. 

Dieses Projekt hat sicherlich geholfen Oscar und seiner Familie den Eintritt ins sichere Amerika zu bekommen.

 

Der Plan von Louis B. Mayer den in Amerika noch immer beliebten “Chocolate Soldier” zu verfilmen 

war für Oscar von grossen Vorteil. 

Er und seine Familie konnten einige Monate ungestört in Hollywood verbringen.

 

Während dieser Zeit dirigierte er in der Hollywood Bowl ein Konzert mit dem Titel 

“Von Strauss zu Straus”, wobei er neben eigenen Kompositionen auch Titel von Johann Strauss spielte.

Erwin Straus arrangierte ein grosses Medley, bei dem er zusammen mit seinem Vater als Pianist auftrat.

 

Eine wirklich seltene Schallplatte  aus 1948 aufgenommen bei Decca

(LM 4506) mit dem Titel “Music of old Vienna” gibt so ein Konzert wieder.

 

                                  

 

Der Erfolg dieses Konzertes war so gross, dass Oscar Straus damit ganz Amerika durchquerte 

und bis 1948 ausgebucht war.

Der Höhepunkt war ein Konzert in der Carnegie Hall am 4. März 1945 anlässlich seines 75. Geburtstages.

 

                              

 

Inzwischen hatte das Musical “Oklahoma” von Richard Rodgers seinen Triumphzug begonnen. Oscar Straus, der wie immer interessiert, bei der Premiere anwesend war spürte, dass eine neue Generation von Musiktheater geboren war.

 

Er konnte aber das Komponieren nicht lassen und arbeitete für “Good old Europe” gleichzeitig an zwei Projekten.

An der Oper “Bozena” (er dachte wohl zurück an seine Jugendliebe Bozena Bradzky) und die Operette 

“Die Musik kommt”, rund um das gleichnamige Lied mit dem seine Karriere 1901 beim Überbrettl begonnen hatte.

 

Im Sommer 1948 war es dann soweit. Nachdem ihm auch noch die Amerikanische Staatsbürgerschaft 

verliehen worden war, reisten Oscar und Clara Straus nach acht Jahren zurück nach Europa.

 

Der Sohn Erwin blieb vorerst noch in Hollywood wo er als Komponist von Filmmusik erfolgreich war.

 

    Erwin Straus und Lili Palmer

 

Tochter Kitty und Enkelin Inge hatten glücklicherweise die Kriegsjahre in Wien überstanden.

 

Schon im November 1948 brachte man in Zürich die neue Operette “Die Musik kommt” zu Aufführung.

1950 feierte diese Operette unter dem neuen, aber für Straus so typischen Titel 

“Ihr erster Walzer” in München neue Erfolge.

Quasi als Lebensmotto komponierte Straus ein Lied neu dazu: “Ohne Musik kann ich nicht leben!”

 

Auch die Oper “Bozena” hatte 1952 am Münchener Gärtnerplatztheater ihre

erfolgreiche Uraufführung.

 

Es ist ein hervorragendes Werk in der Tradition der “Verkauften Braut” von

Bedrich Smetana mit einer brillianten Orchestrierung von dem jetzt schon achtzig jahre alten Meister.

Die “Bozena” kam später sogar an die Salzburger Festspiele.

 

Sein hohes Alter hinderte Oscar Straus keineswegs neue Herausforderungen anzunehmen.

 

1950 fragte der Filmregisseur Max Ophüls bei ihm wegen der Musik für den geplanten Film “Der Reigen” an.

Die Musik und auch der Film wurden ein Welterfolg.

 

Der Roman des Österreichischen Dichters Arthur Schnitzler spielt in der Welt des Oscar Straus 

und zeigt Liebschaften zwischen den verschiedenen Schichten der damaligen Gesellschaft.

Jedes Mal wenn es zu pikant wurde verlöschte das Licht und erklang Oscars Walzermotiv.

 

               

                                                  

                                            Das Manuskript des Reigenwalzers

 

Dieser Walzer wurde ein Welthit. Gespielt vo den Berliner Symphonikern bis zu Mantovani.

Ein einfacher Dreivierteltakt, den Hector Berlioz schon ein Jahrhundert zuvor benutzt hatte, 

dem aber Straus auf seine eigene charmante Weise eine völlig neue Wendung gab.

 

Nach der Premiere in Paris sagte ein Junger Mann zu seiner Freundin: 

“Und diese Musik, die kann nur ein Franzose geschrieben haben”.

Oscar und Clara sahen einander lächelnd an.

 

  

 

Dank der Tantiemen von “La Ronde” wie der französische Titel des Filmes hiess, war nun der Bezug einer grösseren Villa in Ischl, ein gutgefüllter Weinkeller und die unentbehrliche Zigarre allerbester Qualität leicht möglich.

 

Gregory Peck, der gerade die Aufnahmen für den Film “Roman Holiday” drehte, 

Marlène Dietrich und viele andere waren in der Villa zu Gast.

“Frau Mitzi”, die Köchin sorgte für das leibliche Wohl der Gäste die gerne blieben und regelmässig zurückkamen.

 

Es tauchte auch die Frage nach der Wiederaufführung von den älteren Straus-Operetten auf.

Sohn Erwin kam seinen Vater aus Hollywood beim “modernisieren” von

“Der letzte Walzer”, “Eine Frau die weiss was Sie will”, und “Les trois valses” zu Hilfe.

 

   Oscar und Erwin Straus

 

Für die neue Fassung von “Les trois Valses’’ regte Manager und Freund Armin Robinson an einen Boogiewoogie zu komponieren. “Mit 82 wird also von mir verlangt einen Boogiewoogiekomponist zu werden” brummte Straus.

Dann setzte er sich ans Klavier und begann zu improvisieren.

 

                    

 

Nach dem Erfolg mit “La Ronde” wusste Max Ophüls Oscar Straus aufs neue für einen Film zu interessieren. 

Diesmal mit dem Titel “Madame de…”.

Daniëlle Darieux spielte die Hauptrolle und wusste Oscar Straus zu seinen nun wirklich letzten Walzer zu inspirieren.

Während der Sommermonate 1953 arbeitete er in Ischl an dieser Filmmusik.

 

                        

 

Im Herbst 1953 konnte das Deutsche Fernsehen ihn überzeugen ein zweieinhalbstündiges Interview, 

das reichlich gespickt mit Fragmenten seiner Musik war, mitzumachen.

Obwohl man in Deutschland damals nur in rund 8.000 Haushalten über ein Fernsehgerät verfügte 

bekam er auf Grund dieses Interviews Bergen von Post.

Einen dieser Briefe trug er bis zu seinem Tod bei sich in seiner Brieftasche; den eines Mädchens 

das gerade ihre ersten Klavierstunden bekam und ihn  bat, falls er Beethoven traf, 

diesen zu bitten nicht immer so böse herumzuschauen.

 

Neue Pläne wurden geschmiedet, so 1954 wieder einmal nach Amerika zu reisen.

 

Am Abend des 10. Jänner verlor Oscar, ganz gegen seine Gewohnheit, beim täglichen Kartenspiel mit Clara.

“Das wurde höchste Zeit” brummte er “ich war schon auf der Suche nach einer neuen Partnerin”.

 

Er las noch einige Seiten aus dem neuesten Roman von Graham Green, markierte sorgfältig mit Bleistift 

die Stelle an der er am nächsten Tag weiterlesen wollte und ging schlafen.

 

Am nächsten Morgen erwachte er in einer anderen Welt, da wo seine Musik herkam die er ein ganzes Leben lang 

so fleissig geschrieben hatte um seine Mitmenschen an ihrer Schönheit teilenhaben zu lassen.

 

      

 

Das Grab von Oscar, Clara und Erwin Straus in Bad Ischl.

 

 

 

 

                                                                  

                                                             

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