Oscar Straus

1870
1954
Aktuelles Oscar Straus Museum & Literatur
Fotoalbum Oscar & Stars Romuald Kolkman

100 Jahre "Ein Walzertraum". Herzlich Willkommen!
Biografie
Mein ganz besonderer Dank zu der Entstehung dieser Homepage
gelten Frau Inge Prebil-Straus und Prof. Franz Mailer
mit unentbehrlicher Unterstützung seiner Gattin Christa Mailer.

Gala-Premiere “Die Perlen der Cleopatra”.
Im Sommer 2004 war ich von der Enkelin von Oscar Straus nach Bad Ischl zur Premiere der Operette “Die Perlen der Cleopatra” eingeladen.
Diese Operette, 1923 in Wien uraufgeführt, wurde dann in Berlin zum Megahit der 20er Jahre.
Es war eine grossartige Show mit blendenden Kostümen, Pyramiden und mit Krokodilen die im Nil schwimmen.
Man
kann dieses Werk und seine Wirkung auf das Publikum mit dem heutigen Erfolg des
Musicals “Phantom der Oper” oder auch mit dem erst vor kürzem aufgeführten
Stück “the Woman in White” vergleichen.
Vor
der Aufführung in Bad Ischl sass ich mit der Familie Prebil-Straus,
(RE NOVA
CLASSICS 010204)
Im Juli 2004 war die Uraufführung meines Gabriele Pauss und Ihrem Damenorchesters gewidmeten “Gabriele Walzer”.

Apropos Damenorchester:
Ein Damenorchester spielt eine grosse Rolle im berühmtesten Werk von Oscar Straus, die Operette “Ein Walzertraum” aus dem Jahr 1907.
Ein
Prinzgemahl verliebt sich in eine Geigerin, erfüllt aber letztlich doch seine
Standespflicht und heiratet die Prinzessin.
Oscar
Straus war nicht ein Komponist der seichte Geschichten vertonte.
Er
stammte aus einer wohlhabenden Familie die vorerst die musikalischen Escapaden
des jungen Oscar gar nicht schätzte.
Dann
absolvierte er ein profundes Studium mit Harmonielehre und Kontrapunkt bei Max
Bruch.
Max
Bruch war ein sehr kompetenter, aber auch frustrierter Mensch.
Er fühlte sich unterbewertet und setzte all seine Hoffnungen auf seinen brillianten neuen Schüler Oscar.
Diese
Atmosphäre bedrückte den Teenager Oscar sehr, als er dann noch ein Requiem
komponieren sollte kam es zum Bruch mit Max Bruch.
Erst
in 1920 bei der Premiere der Oscar Straus Operette "Der letzte
Walzer" in Berlin gab der greise Max Bruch dem mittlerweile 50
jährigen Oscar Straus das Kompliment:
Die
zweite Lernphase war das Dirigieren an verschiedenen Theatern, unter anderen
auch in Hamburg wo er Assistent von Gustav Mahler war.
Mittlerweile
hatte er die begabte Geigerin Helene Neumann geheiratet, die unter ihrem
Künstlernamen Nelly Irmen viel Erfolg
hatte.

Oscar und Nelly Irmen Nelly mit Tochter Kitty Oscars Mutter
Gabriele Straus-Stern
Für
sie komponierte er ein Musikstück nach dem anderen.
1900 hatte der Schriftsteller Ernst von Wolzogen, inspiriert durch das pariser “Le chat noir”, die Idee in Berlin ein literarisches Kabarett, das Überbrettl, zu gründen.
Als Hauspianist
und Komponist wurde Oscar Straus engagiert.
Diese
Übung im Schreiben von Chansons, die Berücksichtigung der Einheit zwischen Text
und Musik war mitbegründend für die spätere Karriere.
Das
Umfeld dieser Tätigkeit führte leider zum Scheitern seiner Ehe mit Nelly.
Seine
neue Muse wurde Bozena Bradzky für die er etwa 300 Chansons schrieb die sie
abends mit ihm am Flügel im Überbrettl vortrug.
Aber
Straus wollte mehr. Zusammen mit dem Dichter Fritz Oliven, von dem er schon
einige Versen für das Überbrettl vertont hatte, entschloß er sich eine Operette
zu schreiben.
Dr. Fritz
Oliven hatte in Berlin eine gut gehende Anwaltskanzlei und schrieb unter dem
Pseudonym "Rideamus" (lat.
für laßt uns lachen) boshafte Verse.
Das
Motto der beiden war zurück zu Jacques Offenbach.
Offenbach
benützte in seiner Operette “Orpheus in der Unterwelt” die Griechische
Myhologie um das französische Kaiserreich aufs Korn zu nehmen so bedienten sich
Straus und Rideamus der Nibelungensage um unter dem Titel “Die lustigen
Nibelungen” das deutsche Kaiserreich unter Wilhelm II
Die
Folge war, das sich vorerst kein Theaterdirektor traute das sarkastische Werk
aufzuführen. Erst in 1904 wurde es in Wien auf die Bühne gebracht und in Serie
50 Mal aufgeführt.
Zu begrüssen ist, dass vor einigen Jahren "Die lustigen Nibelungen" beim Label Capricio auf CD erschienen sind.

Oscar
wurde bewusst, das er etwas Publikumfreundliches schreiben müsste, um endlich
durchschlagenden Erfolg zu haben .
Franz
Lehár erziehlte 1905 mit der “Lustigen Witwe” einen fulminanten Erfolg. Straus
sagte sich “Was Lehár kann, dass kann ich auch und vielleicht noch besser”.

An einem schönen Frühlingsabend lauschte er im Prater, dem Vergnüngungspark von Wien, einer Damenkapelle und dabei entstand die Idee rund um eine Damenkapelle eine Operette zu schreiben.
Von einem Leutnant aus Wien der eine Prinzessin
heiraten soll, sich aber in die Geigerin einer Damenkapelle verliebt. Dies in
einer Zeit in der Standesunterschiede noch die Gesellschaft beherrschten.
Vielleicht
dachte er zurück an seine Nelly Irmen die nie von seiner Familie akzeptiert
wurde.
Die Premiere vom “Walzertraum” war im Wiener Carltheater wenige Tagen vor Oscars 37. Geburtstag.
Der Erfolg war
überwältigend.
Das Carltheater in Wien. Oscar Straus zur Zeit der
Walzertraumuraufführung.
Straus
bekam sogar von der Prinzipalin eines in der nähe des Theaters gelegenen Puffs
einen Brief mit der Mitteilung, dass sie seit den Vorstellungen des
Walzertraums blühende Geschäfte mache.
Die
Herren suchen dort ihre Franzi .
Der
Brief war von allen Mädchen des Etablissements unterschrieben, verbunden mit
der Hoffnung, Straus könnte ein nächstes Werk schreiben das auch eine so
anregende Wirkung auf das männliche Geschlecht haben könnte.
Vom
Walzertraum gibt es viele Aufnahmen.
Eine
besonders schöne Gesamtaufnahme mit Anneliese Rothenberger und
Nicolai
Gedda ist als CD unter dem Label EMI eschienen.

Das
nächste Werk “Der tapfere Soldat” (1908) wurde in Wien ein Durchfaller, in
England und Amerika unter dem Titel “The chocolate soldier” ein - wenn möglich
– noch grösserer Erfolg als der “Walzdream”.
Möglicherweise
auch weil die Geschichte auf dem Schauspiel “Arms and the
von dem irischen Dichter George Bernhard Shaw basiert.
Dabei
wird der Krieg und das Heldentum durch den Schokolade essenden Schweizer
Soldaten Bummerli verulkt.

Oscar
Straus war mit diesem Parodistischen Stoff in seinem Element.
Schon im alter von 16 Jahren war er ein Fan vom britischen Duo Gilbert and Sulivan und schrieb nun
für den Chocolate soldier eine Musik die man vielleicht als
Vorläufer des Musicals nennen könnte.
Das
Lied “My Hero” war lange Zeit ein grosser Hit im angelsächsischen Gebiet.
Eine
amerikanische CD Neuausgabe gibt es unter dem Label Newport

Oscars
nächster Schritt war die Heirat mit der 22 jährigen Schönheit Clara Singer.
Clara hatte
bisher Lieder des Jungen Alban Berg präsentiert,
Die
Heirat mit dem erfolgreichen Straus erschien ihr günstiger als die Fortsetzung
ihrer Gesangskarriere.
Oscar
und Clara Straus bekamen zwei Söhne: Erwin und Walter.
Erwin,
stets Bibi genannt, war seines Vaters Liebling.
Er
wurde ein brillianter Pianist und Arrangeur.
Während
der nächsten zehn Jahre entstand jedes Jahr ein neues Werk.
Besonders hervorzuheben ist das Ballett “Die Prinzessin von Tragant” welches am 13. November 1912
an der Wiener Hofoper (jetzt Staatsoper)
Dieses Ballet widerspiegelt in seiner Musik genau die herrschende Jugendstilepoche.
Eine Suite aus diesem Ballett ist zu höhren auf der CD
Oscar Straus “His most popular works”. Label: Marco Polo.
Oscar Straus als
Prinzessin von Tragant
Ein
weiteres Werk aus dieser Zeit ist die Operette “Rund um die Liebe”.
Ein
Meisterwerk nicht unähnlich dem Walzertraum.
Ein
“feel good” Theaterabend, im richtigen Moment auf die Bühne gebracht,
des Ersten Weltkrieges wo Österreich, und gerade Wien, unter den
Auswirkungen des Krieges litt.
Man muss sich vorstellen, das in den späteren Kriegsjahren die Theatervorstellungen schon
um fünf Uhr Nachmittags begannen, die Theater ungeheitzt waren und die
Musiker um ein Hungerlohn spielten.
Doch das
Publikum kam in Massen um den Krieg für ein paar Stunden zu vergessen.
Die Johann Strauss Gesellschaft Wien, bzw. Prof. Widholz hat in textlicher Neufassung
mit seinem Klassischem Operettenensemble Wien eine sehr lobenswerte Gesamtaufnahme
von “Rund um die Liebe” auf CD
eingespielt.
www.johann-strauss-gesellschaft.at
Die bösen
Kriegszeiten gingen vorüber, keineswege ohne Tränen: Sohn Louis kam in 1917 als
Soldat ums Leben.
Nach
dem ersten Weltkrieg blieb vom Kaiserreich Österreich nicht viel übrig.
Das schränkte auch den Markt für neu zu produzierende Operette erheblich ein.
Ein
kleines Land, wenige Theater, weniger Aufführungen, somit weniger Tantiemen.
Österreich in besseren Zeiten
Oscar
machte einen klugen Schritt. Er verkaufte sein Haus in Wien und übersiedelte
nach Berlin.
Hier
debutierte er am 12 Februar 1920 mit “Der letzte Walzer”.
Nach
dem Walzertraum wurde dies seine schönste Operette.
Um
sich in Berlin der Zwanziger Jahre Erfolg zu sichern musste man
Für Oscar Straus wurde dies Fritzi Massary.
Sie
verkörperte den Typ der emanzipierten Frau, die den Männern
Charme, und raffinierte Erotik überlegen ist.
Sie
war eine äusserst begabte Vortragskünstlerin, die ihr Publikum meisterhaft zu
beeindrucken wusste.

Oscar
schrieb bis 1932 für Sie als starke Frau in der Hauptrolle eine ganze Reihe von
Operetten.
Die Titel verraten dies schon: “Die Perlen der Cleopatra” (1923), “Die Teresina” (1925),
“Die Königin” (1926), “Marietta” (1929), und in 1932 “Eine Frau die weiss was
Sie will”.

Eine schöne CD mit digital restaurierten Aufnahmen von Fritzi Massary ist bei der Marke
“Berliner Musenkinder” Nr.
05163 erhältlich.
Oscar Straus genoss seine Berliner Jahre und den sarkastischen Berliner Humor.
Viele “Bon-mots” wurden ihm
zugeschrieben. So nannte er eine dicke Primadonna eine “Primatonne”.
Er schloss dort Freundschaft mit dem jungen Yehudi Menuhin
und mit dem alten
Albert Einstein, die er beide am Flügel begleitete.
Albert Einstein
Einstein,
ein fanatischer Amateurgeiger, war beeindruckt von dem vielen Geld das ein
Musiker verdienen kann.
Er fragte Oscar um Rat. “Also mein lieber Einstein, dann mieten Sie sich einen Saal, machen Sie eine Werbung,
eine Berühmtheit sind Sie ja schon also werden
viele Leute kommen. Lassen Sie alle umsonst herein”.
Einstein
erstaunt: “Umsonst?”
“Jawohl,
und wenn alle drinnen sind lassen Sie die Türen schliessen!
Sie fangen an zu spielen und ein jeder der den Saal vorzeitig verlassen will muss 10 Mark zahlen.
So mein lieber Einstein, werden Sie innerhalb kürzester Zeit
ein reicher Mann.”
Berlin
war ein Tanz auf dem Vulkan. Die Inflation war enorm und so entstand eine
gewaltige Differenz zwischen reich und vielen Armen, die ihr Heil bei Hitler
suchten. Berlin hatte somit für Oscar Straus der Jude war keinen Platz mehr.
Er übersiedelte in das idyllische Städchen Bad Ischl, nahe Salzburg, und gedachte dort seinen Lebensabend
- er war mittlerweile schon 62 Jahre alt - in Ruhe
verbringen zu können.
Er
hörte allerdings nicht auf zu komponieren.
Sein
Impresario und Freund Armin Robinson hatte die hervorragende
eine
Operette zu schreiben die sich über drei Generationen erstreckt.
Der
erste Akt mit Musik von Johann Strauss Vater (mit dem Radetzky Marsch), im
zweiten Akt sollte es Musik von Johann Strauss Sohn sein, für den dritten Akt,
der in der Gegenwart spielt, komponierte Oscar seine eigene Musik.
Die
Operette “Les Trois Valses” hatte in 1937 ihre glanzvolle Premiere in Paris.
Die charmante Yvonne Printemps trug wesentlich zum Erfolg bei
und wurde damit eine
würdige Nachfolgerin der Fritzi Massary als Straus-Interpretin.

Yvonne Printemps Oscar Straus und Armin Robinson
Eine
nette Aufnahme ist zu erwerben beim Label: Discovery/accord Operette Series
461958-2.
Interessant
ist es, dass Straus drei Operetten geschrieben hat
wovon jede in einem bestimmten Sprachraum Furore machte.
“Ein
Walzertraum” in Österreich und Deutschland;
“The Chocolate Soldier” in England und Amerika;
“Les Trois Valses” in Frankreich.
Auch am neuen Medium Tonfilm war Oscar Straus nicht
unbeteiligt.
Schon 1931 wurde der Walzertraum unter dem Titel “The smiling Lieutenant”
mit Maurice Chevalier in der Hauptrolle verfilmt.

Oscar Straus und Maurice Chevalier Oscar und Clara in Hollywood
1932 “One hour with you” mit Jeanette Mac Donald.
1936 “Land without music” in London mit dem
unvergessenen Richard Tauber.
Auch “Les
Trois Valses” erschien in Paris auf der Leinwand.
Seine
gute Beziehungen zu Paris und Hollywood waren Oscar Straus bald von grossen
Nutzen.
Am 12.
März 1938 verlor die Republik Österreich ihre Unabhängigkeit,
Oscar Straus verliess seine Villa in Bad Ischl und richtete sich
mit seiner Frau
Clara und den beiden Söhnen Erwin und Walter in Paris ein.
Fast unmittelbar danach wurde ihm die französische Staatsbürgerschaft verliehen
und
bald hatte auch eine neue Operette ihre Premiere: “Mes Amours”. Es war
vorläufig die letzte.
Auch
in Paris erlöschten die Lichter unter dem Naziwahnsin.
Nur
wenigen wissen, dass Straus noch in Vichy an der Musik für Alexander
Korda’s
Film “Der Dieb von Bagdad” arbeitete.
Die Musik wurde letztlich von Miklós Rózsa geschrieben der damit eine führende Position
als Hollywoodkomponist erwarb; Straus bekam eine Abfindung.
Dieses
Projekt hat sicherlich geholfen Oscar und seiner Familie den Eintritt ins
sichere Amerika zu bekommen.
Der Plan von Louis B. Mayer den in Amerika noch immer beliebten “Chocolate Soldier” zu verfilmen
war für Oscar von grossen Vorteil.
Er und seine Familie konnten
einige Monate ungestört in Hollywood verbringen.
Während
dieser Zeit dirigierte er in der Hollywood Bowl ein Konzert
“Von Strauss zu Straus”, wobei er neben eigenen
Kompositionen auch Titel von Johann Strauss spielte.
Erwin
Straus arrangierte ein grosses Medley, bei dem er zusammen mit seinem Vater als
Pianist auftrat.
Eine
wirklich seltene Schallplatte aus 1948
aufgenommen bei Decca
(LM 4506) mit dem Titel “Music of old Vienna” gibt so
ein Konzert wieder.

Der Erfolg dieses Konzertes war so gross, dass Oscar Straus damit ganz Amerika durchquerte
und bis 1948 ausgebucht war.
Der
Höhepunkt war ein Konzert in der Carnegie Hall am 4. März 1945 anlässlich
seines 75. Geburtstages.

Inzwischen
hatte das Musical “Oklahoma” von Richard Rodgers seinen Triumphzug begonnen.
Oscar Straus, der wie immer interessiert, bei der Premiere anwesend war spürte,
dass eine neue Generation von Musiktheater geboren war.
Er
konnte aber das Komponieren nicht lassen und arbeitete für “Good old
An der Oper “Bozena” (er dachte wohl zurück an seine Jugendliebe Bozena Bradzky) und die Operette
“Die Musik kommt”, rund um das gleichnamige Lied mit dem seine
Karriere 1901 beim Überbrettl begonnen hatte.
Im Sommer 1948 war es dann soweit. Nachdem ihm auch noch die Amerikanische Staatsbürgerschaft
verliehen worden war,
reisten Oscar und Clara Straus nach acht Jahren zurück nach Europa.
Der
Sohn Erwin blieb vorerst noch in Hollywood wo er als Komponist von Filmmusik
erfolgreich war.
Erwin Straus und Lili Palmer
Tochter
Kitty und Enkelin Inge hatten glücklicherweise die Kriegsjahre in Wien
überstanden.
Schon
im November 1948 brachte man in Zürich die neue Operette “Die Musik kommt” zu
Aufführung.
1950 feierte diese Operette unter dem neuen, aber für Straus so typischen Titel
“Ihr
erster Walzer” in München neue Erfolge.
Quasi
als Lebensmotto komponierte Straus ein Lied neu dazu: “Ohne Musik kann ich
nicht leben!”
Auch
die Oper “Bozena” hatte 1952 am Münchener Gärtnerplatztheater ihre
erfolgreiche
Uraufführung.
Es ist
ein hervorragendes Werk in der Tradition der “Verkauften Braut” von
Bedrich
Smetana mit einer brillianten Orchestrierung von dem jetzt schon achtzig jahre
alten Meister.
Die
“Bozena” kam später sogar an die Salzburger Festspiele.
Sein
hohes Alter hinderte Oscar Straus keineswegs neue Herausforderungen anzunehmen.
1950 fragte
der Filmregisseur Max Ophüls bei ihm wegen der Musik für den geplanten Film
“Der Reigen” an.
Die
Musik und auch der Film wurden ein Welterfolg.
Der Roman des Österreichischen Dichters Arthur Schnitzler spielt in der Welt des Oscar Straus
und zeigt Liebschaften zwischen den verschiedenen
Jedes
Mal wenn es zu pikant wurde verlöschte das Licht und erklang Oscars
Das
Manuskript des Reigenwalzers
Dieser
Walzer wurde ein Welthit. Gespielt vo den Berliner Symphonikern bis zu
Mantovani.
Ein einfacher Dreivierteltakt, den Hector Berlioz schon ein Jahrhundert zuvor benutzt hatte,
dem aber Straus auf seine eigene charmante Weise eine völlig
neue Wendung gab.
Nach der Premiere in Paris sagte ein Junger Mann zu seiner Freundin:
“Und
Oscar und Clara sahen einander lächelnd an.

Dank
der Tantiemen von “La Ronde” wie der französische Titel des Filmes hiess, war
nun der Bezug einer grösseren Villa in Ischl, ein gutgefüllter Weinkeller und
die unentbehrliche Zigarre allerbester Qualität leicht möglich.
Gregory
Peck, der gerade die Aufnahmen für den Film “Roman Holiday”
Marlène Dietrich und viele andere waren in der Villa zu Gast.
“Frau
Mitzi”, die Köchin sorgte für das leibliche Wohl der Gäste die gerne blieben
und regelmässig zurückkamen.
Es
tauchte auch die Frage nach der Wiederaufführung von den älteren
Straus-Operetten auf.
Sohn
Erwin kam seinen Vater aus Hollywood beim “modernisieren” von
“Der
letzte Walzer”, “Eine Frau die weiss was Sie will”, und “Les trois valses”
Oscar und Erwin Straus

Nach dem Erfolg mit “La Ronde” wusste Max Ophüls Oscar Straus aufs neue für einen Film zu interessieren.
Diesmal mit dem Titel “Madame de…”.
Daniëlle
Darieux spielte die Hauptrolle und wusste Oscar Straus zu seinen nun wirklich
letzten Walzer zu inspirieren.
Während
der Sommermonate 1953 arbeitete er in Ischl an dieser Filmmusik.

Im Herbst 1953 konnte das Deutsche Fernsehen ihn überzeugen ein zweieinhalbstündiges Interview,
das reichlich gespickt mit Fragmenten seiner
Musik war, mitzumachen.
Obwohl
man in Deutschland damals nur in rund 8.000 Haushalten über ein
bekam er auf Grund dieses Interviews Bergen von Post.
Einen dieser Briefe trug er bis zu seinem Tod bei sich in seiner Brieftasche; den eines Mädchens
das gerade ihre ersten Klavierstunden bekam und ihn bat, falls er Beethoven traf,
diesen zu
bitten nicht immer so böse herumzuschauen.
Neue
Pläne wurden geschmiedet, so 1954 wieder einmal nach Amerika zu reisen.
Am Abend des 10. Jänner verlor Oscar, ganz gegen seine
Gewohnheit, beim täglichen Kartenspiel mit Clara.
“Das
wurde höchste Zeit” brummte er “ich war schon auf der Suche nach einer neuen
Partnerin”.
Er las noch einige Seiten aus dem neuesten Roman von Graham Green, markierte sorgfältig mit Bleistift
die Stelle an der er am nächsten Tag weiterlesen
wollte und ging schlafen.
Am nächsten Morgen erwachte er in einer anderen Welt, da wo seine Musik herkam die er ein ganzes Leben lang
so fleissig geschrieben hatte um seine Mitmenschen an
ihrer Schönheit teilenhaben zu lassen.

Das Grab von Oscar, Clara und Erwin
Straus in Bad Ischl.